Wer trägt wie viel Fluglärm?

Der Bundesrat fällt zum SIL 2 einen grundsätzlich ausgewogenen Entscheid mit einer gewissen Opfersymmetrie. Ausgehend vom Ziel der Sicherheit, möchte er einerseits Südstarts geradeaus bei Bise und Nebel ermöglichen, andererseits schafft er die Voraussetzung dafür, dass ein Pistenausbau 28/32 grundsätzlich möglich ist. Aus Sicht von Behörden- und Fluglärmorganisationen im Norden, Osten und Westen vermag die Begründung mit der Sicherheit für einen Pistenausbau nicht zu überzeugen, und es ist fraglich, ob das Volk entsprechende milliardenschwere Ausbauten je annehmen wird. Die Region Ost befürchtet eine erweiterte Anwendung des Ostkonzepts, was die Lärmbelastung der Bevölkerung im Osten erhöht. Zudem sind die Organisationen im Norden, Osten und Westen enttäuscht, dass Südstarts geradeaus nicht als reguläres Flugverfahren ermöglicht werden. Diese haben nämlich gemäss Sicherheitsbericht 2013 die grösste Sicherheitswirkung. Südstarts geradeaus über Mittag von rund 30 Langstreckenflugzeugen, die heute sowieso bereits nach Süden starten und eine Linkskurve über dicht besiedeltes Gebiet machen, würden Entlastung in Spitzenzeiten bringen und dazu beitragen, Verspätungen zu reduzieren, das heisst die Lärmbelästigung in den heiklen Abend- und Nachtstunden zu senken.