Wahlfest mit FDP-Stadtratskollegen Stefan Fritschi

Nach dem Weiterlesen-Link finden Sie die Ansprache von Barbara Günthard-Maier am gemeinsamen Wahlfest mit Stadtrat Stefan Fritschi.

Yes – we can!

Liebe FDP-Freunde, liebe im Wahlkampf Mitengagierte!

Habt Ihr es gemerkt? Die FDP kann (wieder!) siegen! In den letzten kommunalen Wahlen ist es – dank Ihrer / Eurer Mithilfe! – gelungen, die beiden FDP-Stadtratssitze und unsere sieben Gemeinderatssitze zu halten, und auch in anderen Gemeinden war für die FDP mindestens ein „halten“, wenn nicht ein Steigern, angesagt! Toll! Denn ich bin überzeugt: Für die Herausforderungen der kommenden Jahre hat die FDP die richtige Antwort: Engagement statt immer mehr vom Staat fordern – aber darauf komme ich noch später.

Zuerst zum Alltag – der ist nach dem Jubel der Wiederwahl ziemlich schnell eingetroffen:

Die Stadt Winterthur ist nach wie vor am Sparen, nach den Sparanstrengungen für das laufende Jahr („Effort 14+“) sehen wir uns nach wie vor mit einem strukturellen Defizit für die Stadtkasse konfrontiert. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die ausbezahlten Leistungen zur Sozialen Wohlfahrt rund ein Zehntel unseres ganze städtischen Budgets ausmachen, rund ein Drittel unserer gesamten eigenen Steuereinnahmen. Und es fehlen nach wie vor tausende von Arbeitsplätzen, vor allem im Tieflohnbereich, die es möglich machen würden, dass noch mehr Menschen nahe am Wohnort Winterthur auch arbeiten könnten.

Für diese Herausforderungen muss der Stadtrat in der laufenden Legislatur Lösungen finden. Ich muss Sie vorwarnen: Stefan Fritschi und ich werden – als Teil des Stadtrates, als bürgerlichen Teil des Stadtrates, als FDP-ler – einiges einstecken müssen. Wer liebt es schon, so genannte „Abbau-Botschaften“ entgegen nehmen zu müssen? Es ist möglich, dass wir in den Quartieren Projekte, die wir liebend gerne realisieren würden, absetzen müssen, da nicht finanzierbar, einige zur Gewohnheit gewordenen und damit lieb gewonnene Sozial-Extra-Dienstleistungen abbrechen, und so weiter … Wer macht sich da schon beliebt?

Will denn der – neu bürgerlich dominierte – Stadtrat Winterthur „zu Tode sparen“? Nein, selbstverständlich nicht! Viel mehr bin ich persönlich darum bemüht, diese Herausforderung als Chance zu interpretieren. Wie, wenn nicht unter enormem Druck, sollte es denn gelingen, öffentliche Hand auf eine „gesunde Kernverwaltung“ zurückzuschneiden, analog einem Baum, der auch jährlich im Frühling zurückgestutzt wird, um umso voller und kräftiger wieder zu treiben und zu stehen? Wenn es uns jetzt gelingt, unsere Verwaltung genau zu überprüfen, auf eine gesunde, starke Kernverwaltung zu reduzieren, und allenfalls gewisse Teile ganz aufzugeben oder der Selbständigkeit zu übergeben, könnte daraus durchaus etwas ganz, neues, kräftiges, innovatives entstehen, das Winterthur gut tut. Zuerst tut es weh – aber ich gebe diese Hoffnung nicht auf!

Überhaupt! Sagt uns nicht unser 750-Jahres-Jubiläum wir seien Winterthur?!? Ja! WIR SIND WINTERTHUR! Unser Engagement, das Engagement der Bürger, der Kultur-Interessierten und Engagierten, der Unternehmer, der Gastro-Unternehmer, der Organisatoren von Albanifest, Musikfestwochen und so weiter machen doch Winterthur aus! Die typische Winterthurer Pionier-Haltung, das Anpacken, Mitmachen, sich-gegenseitig-schauen!

Und passt nicht hier genau die FDP hin? Ich habe es eingangs angedeutet: Während es sich andere erlauben können, ungesehen aller finanziellen Herausforderungen einfach nur immer noch mehr vom Staat zu fordern oder aufzujaulen, wenn man für gewisse Aufgaben neue Lösungen sucht, ist doch die FDP die Partei der Eigenverantwortung, des Engagements! Finden sich nicht in unseren Reihen unzählige Unternehmer, KMU-ler, Kultur-Engagierte, sozial engagierte Nachbarinnen, Krippengründer, Gründer von Sozialinstitutionen und privaten Schulen und und und, die mit ihrem persönlichen Engagement einen relevanten, wichtigen Beitrag zum Gelingen des gesellschaftlichen Zusammenlebens leisten? Die FDP ist die Partei der Leistungsträger, der Anpacker, der Mithelfer … und die brauchen wir in den nächsten Jahren dringend!

Wie gesagt, Stefan Fritschi und ich werden in den nächsten Jahren gewaltig unter Druck kommen, weil wir unangenehme, unpopuläre Entscheide werden fällen müssen. Umso mehr sind wir weiter auf Eure Mithilfe, auf Euer Mittragen angewiesen – mal ein ermutigendes Mail schreiben, mit uns ein Bier trinken kommen – und vor allem: Mitanpacken, mit uns nach guten, langfristig sinnvollen Lösungen suchen, sich zur Mithilfe anbieten. Vielen Dank schon jetzt, dass Ihr dabei seid!

Übrigens noch dies: Einige haben sich vielleicht gewundert, dass ich nach der Wahl mein „geliebtes“ Departement für Sicherheit und Umwelt behalten habe. Wisst Ihr warum? Weil wir da Gesellschaftspolitik machen, weil wir uns da für ein gutes gesellschaftliches Zusammenleben engagieren, weil wir uns für einen nachhaltigen Ressourceneinsatz und für Sicherheit in Winterthur einsetzen. Aber nicht nur das: Ich bin auch auf unglaublich engagierte „Mitstreiter“ gestossen. Meine leitenden Mitarbeitenden im Stab, aber auch die Bereichsleitungen – wenn ich es richtig mitbekommen habe, sind jene von Polizei und Feuerwehr da, vielleicht zeigt Ihr Euch kurz – sind Leistungsträger, Mitanpacker, Lösungsfinder, mit denen zusammen ich schon manche Herausforderungen gemeistert und und auch noch einige kommende lösen werde. So macht arbeiten Spass, vielen Dank auch Euch!

Also, Ihr seht: Meiner Meinung nach sind nicht nur Stefan Fritschi und ich und unsere anwesenden oder nicht-anwesenden Stadtratskolleg/-innen in den nächsten Jahren gefragt und gefordert, sondern auch ihr! Wir! Denn „Wir sind Winterthur“ – insbesondere auch die engagierte FDP! Vielen Dank fürs Mittragen!